Demenzpflege zuhause: Tipps & Entlastung für Angehörige
- Nicole Piontek
- 21. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Sie pflegen einen demenzkranken Angehörigen zuhause? Hier finden Sie praktische Tipps, emotionale Unterstützung und konkrete Entlastungsmöglichkeiten.
Der Alltag mit Demenz: Warum Angehörige so stark belastet sind
Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, verändert das das Leben der ganzen Familie. Viele Angehörige übernehmen die Pflege zuhause – aus Liebe, Pflichtgefühl oder Vertrauen. Doch was gut gemeint ist, kann schnell zur emotionalen und körperlichen Überforderung führen.
Pflegende Angehörige berichten oft von:
Schlafmangel und Stress
Schuldgefühlen und Hilflosigkeit
Zeitmangel für sich selbst
fehlender Anerkennung
Dabei gibt es Unterstützung – sowohl fachlich als auch menschlich. Der erste Schritt ist, sich zu informieren und Hilfe anzunehmen.
Erste Schritte: Was Sie bei der Demenzpflege zuhause beachten sollten
Wenn die Diagnose „Demenz“ gestellt wurde, stehen Angehörige oft vor vielen Fragen:Was kommt jetzt auf mich zu? Wie kann ich helfen – ohne mich selbst zu verlieren?
Diese Checkliste hilft beim Einstieg:
✅ Nehmen Sie Kontakt zur Pflegekasse auf – dort erhalten Sie Informationen zu Pflegegrad, Pflegegeld & Hilfen.
✅ Beantragen Sie Entlastungsleistungen (z. B. stundenweise Betreuung, Haushaltshilfen).
✅ Erstellen Sie gemeinsam mit einem Pflegedienst einen individuellen Pflegeplan.
✅ Informieren Sie sich über Wohnraumanpassung & Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Herdsicherung, Orientierungshilfen).
💡 Tipp: Viele Pflegedienste (wie Mit Herz im Alter) bieten auch kostenfreie Erstberatung an – nutzen Sie das!
Alltag meistern: Konkrete Tipps für eine liebevolle Demenzpflege
Jeder Tag mit einem Demenzkranken ist anders – aber einige Prinzipien helfen, den Alltag zu strukturieren:
1. Rituale schaffen
Feste Tagesabläufe geben Sicherheit. Beginnen Sie z. B. jeden Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück, Musik oder Spaziergang.
2. Kommunikation anpassen
Sprechen Sie langsam, ruhig und mit kurzen Sätzen. Augenkontakt, Berührungen und ein Lächeln wirken oft mehr als Worte.
3. Sinnesanregung integrieren
Aromatherapie, Musik aus früheren Jahren oder das Fühlen verschiedener Materialien können positive Reaktionen hervorrufen.
4. Privatsphäre respektieren
Auch Menschen mit Demenz haben das Bedürfnis nach Würde. Achten Sie auf sanfte Pflege, z. B. bei der Körperhygiene.
5. Überforderung vermeiden
Wenn Sie merken, dass Ihre Geduld oder Energie nachlässt: kurze Pause einlegen. Tief durchatmen. Hilfe holen.
Entlastung finden: Auch Sie dürfen Hilfe annehmen
Die Pflege eines demenzkranken Menschen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ohne regelmäßige Entlastung geraten viele Angehörige in eine Dauerbelastung, die krank machen kann.
Diese Angebote helfen:
Tagespflege: Betreuung tagsüber, Entlastung für Berufstätige.
Verhinderungspflege: Bei Krankheit oder Urlaub übernimmt ein Pflegedienst.
Gesprächsgruppen & Online-Foren für Angehörige.
Pflegekurse & Schulungen, z. B. von Pflegekassen oder Pflegestützpunkten.
💬 Persönlicher Kontakt: Unsere Mitarbeiter*innen bei Mit Herz im Alter beraten Sie gerne individuell und kostenlos.






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